Gute Vorsätze…

Gute Vorsätze…

…und was man im neuen Jahr alles NICHT schaffen wird.

Das letzte Konfetti ist noch nicht komplett aus den Ritzen des Sofas rausgesaugt, ein paar Brandflecken vom letzten legalen Bleigießen sind noch auf dem Wohnzimmertisch zu sehen und die linke Hand schmerzt noch ein bisschen, weil die letzte Lunte der letzten Sternenzauberrakete ganz garstig gebritzelt hatte. Was für ein Jahreswechsel.

Und das ist dann also 2018? Okay…

Sie haben sicher genau wie die unzähligen Shows im Fernsehen und im Radio eine Bilanz des vergangenen Jahres gezogen und die berühmten guten Vorsätze gefasst? Also das, was Sie im neuen Jahr alles besser machen möchten oder vielleicht lieber sein lassen wollen? Ich auch und vielleicht gleichen ein paar dieser Vorsätze von Ihnen den Meinen?

Der Sport? Ach ja, der Sport… Sportlichkeit kollidiert je nach Dosis an irgendeinem Punkt mit dem Savoir Vivre. Mein Hausarzt ist tatsächlich der Meinung, ein paar Gläser Rotwein jeden Tag seien durchaus gesund. Punkt. Aber die Kalorien…

Also haben Sie sich bestimmt, genau wie ich, vorgenommen, endlich wieder joggen zu gehen. Oder regelmäßig Squash zu spielen oder zumindest zwei Mal am Tag mit dem Hund zu gehen. Tatsächlich bin ich gleich am Neujahrsmorgen am Strand gelaufen. Und ich habe mir einen Expander zur Straffung der Brustmuskulatur gekauft, außerdem eine neue Sporthose und neue Laufschuhe. Ausrüstung ist ja die halbe Miete. Zum Frühstück gibt es dann nur noch Margarine, Wasser, Light-Käse und Veggie Wurst. Puh.

Haben Sie die letzte Zigarette kurz vor Mitternacht geraucht? Jetzt laufen Sie irgendwie ein wenig aufgescheucht durchs Büro und halten Sich an der Erkenntnis fest, dass die Treppen in den vierten Stock gar nicht mehr so schlimm sind. Darauf erstmal einen großen Kaffee. Halten Sie durch. Aber mit dem Kaffee kann man natürlich auch aufhören. Ach, man kann mit so sagenhaft vielem aufhören, was man im Laufe der Jahre liebgewonnen hat. Aber wie groß ist die Lücke zwischen einer besseren Gesundheit auf der einen und einer leichten Traurigkeit auf der anderen Seite? Machen ein paar Dinge im Leben, die nicht so gesund oder political correct sind, nicht auch ein bisschen glücklich? In Maßen, natürlich. Und ist Glücksgefühl nicht definitiv lebensverlängernd?

Ich halte nichts von Verzicht. Deshalb führe ich hier einmal ganz konstruktiv ein paar Vorsätze auf, die mein vorhandenes Leben ergänzen und bereichern.

  1. Ich nehme mir 2018 mehr Zeit für mich und die Menschen, die mir etwas bedeuten.
  2. Ich genieße das tägliche Glas Rotwein ohne schlechtes Gewissen.
  3. Ich kaufe mir einen neuen, robusteren Korkenzieher.
  4. Ich überdenke alle meine Vorsätze noch einmal genauer (vor allem den Light Käse und die Veggie Wurst) und schaue, ob ich durch sie nicht ein Stück Lebensqualität einbüße.

Was bei diesem Überdenken rausgekommen ist erzähle ich im kommenden Artikel.

Und vielleicht mache ich mit der Joggerei sogar weiter, irgendwie tut das gut.

Darauf erst einmal einen Catena Vista Flores Malbec. Prost.